Mods, Subkultur aus Großbritannien
Unter den allgegenwärtigen Subkulturen von den Punks bis hin zu den
Skinheads sind die Mods eine eher, in der allgemeinen Bevölkerung,
weniger bekannte Gruppierung. Lediglich in Großbritannien sind die Mods
einer größeren Schicht bekannt, da die Bewegung auch dort in
den sechziger Jahren gegründet wurde. Dabei gibt es kaum eine Subkultur,
die so klare Gründungs Motive besitzt wie die Mods. Denn ihr Vorhaben
ist relativ simpel gestrickt, wenn die Auswirkungen auch um einiges größer
ausfielen. Ziel und Motivation der ersten und nachfolgenden Mods war es,
sich von der eigenen Arbeiterschicht abzuheben und den Eindruck von Wohlstand
nach außen zu vermitteln.
Ursprünge in den sechziger Jahren
Es ist keinesfalls Zufall, dass sich besonders einige Jahrzehnte nach Ende
des zweiten Weltkrieges so viele Subkulturen bildeten. Vor allem in England
kam es das ein bis andere mal dazu. So entstanden die Mods ebenfalls als
Konsequenz der unterschiedlichen Bevölkerungsschichten, in denen die
Arbeiterklassen die breite Masse darstellten. Lebensverhältnisse, die
an Armut grenzten, sorgten dafür, dass sich die Jugendlichen neu orientierten.
So auch die Mods, die mit neuem Auftreten und hochwertiger Kleidung den Status
des Arbeiters zumindest augenscheinlich ablegen wollten. Designer Klamotten,
die stark an die damalig italienische Mode anlehnten, sollten für ein
anderes Wirken nach außen sorgen und die Jugendlichen nicht mehr als
klare Arbeiterschicht offenbaren.
Ein besonders hervorzuhebendes Merkmal der Mods, welches sich bis in die
Neuzeit etabliert hat, war der Parka. Dieser wurde zunächst von den
Roller fahrenden Mitgliedern der Bewegung getragen, um die hochwertigen
Kleidungsstücke bei der Fahrt zu schützen. Doch mit der Zeit kam
es auch hier zu einer Vermischung von Nutzen und Mode, sodass bald viele
andere Mods den Parka für sich entdeckten. Der Roller galt im Übrigen
nicht für alle Mods als wichtiges Fahrmittel, doch ein Großteil
nutzte diesen, um zu Treffen in die Städte zu fahren. So kam es auch,
dass manchmal riesige Gruppen mit hunderten Teilnehmern von Mods auf die
sogenannten Erzfeinde, die Rocker trafen. Straßenschlachten waren die
Folge, bei denen aber die Mods möglichst versuchten, diese Kämpfe
von ihrem äußeren Ruf des Einzelnen fernzuhalten. Und wurde man
nicht verhaftet, so gab es Schlägerein am Sonntag und den normalen Arbeitsalltag
am Montag.
Diese Abgrenzung von der eigenen Herkunft und Umgebung zum gezeigten Bild
nach außen, verdeutlicht auch die Bezeichnung der Mods, was sich vom
englischen ?Modernists? ableitet, also dem Wunsch und der Darstellung des
Modernen. Im Gegensatz zu den parallel dazu entstandenen Skinheads, verleugneten
die Mods in Herkunft so gut es ging, während die Skinheads stolz auf
ihre Herkunft waren.
Entwicklung der Mods
Waren die Wünsche der ersten Mods noch alle gleich, so kamen die Mitglieder
zunächst aus anderen Gründen zusammen. Da gab es zum Beispiel
die Musik, gemeinsame Konzertbesuche und Feiern. Vor allem die Musik der
Mods hat einige berühmte Vertreter, die über die Szene hinaus
bekannt wurden. Die beliebte Musik war eine Mischung aus schwarzem Soul
und Ska. Angeregt durch das Auftreten der dazugehörigen Interpreten,
begann man daher mit dem Anziehen hochwertiger Klamotten und mit einem anders
ausfallenden Auftreten in der Öffenlichkeit. Den daraus resultierenden
Treffen folgten weitere Mods und auch Bands aus dem eigenen Lager. The
Yardbirds oder die bekannte Rockband The Who sind nur zwei der vielen Beispiele,
wer der Szene angehörte. Auch David Bowie oder Rod Steward zählten
zu den Anhängern der Mods. Bei diesen Bands und Interpreten lässt
es sich besonders gut ansehen, wie sie zur damaligen Zeit gekleidet waren
in Anzügen und dem typsischen Mod Auftreten.
Mit den internationalen Vertretern der Musik aus der Mod Szene, erlangte
die Subkultur in den siebziger Jahren auch Bekanntheit in weiten Kreisen
Europas und sogar den USA. Es schlossen sich parallel zur Punkbewegung
immer mehr junge Menschen dieser Szene an, jedoch teilweise wie auch bei
anderen Subkulturen aus Mode und nicht aus den Gründen der damaligen
Zeit.
Laut vielen Berichten von ehemaligen und stetigen Mods, war auch der Drogenkonsum
ein tief verwurzelter Part der Szene. Hier kamen vor allem Tabletten und
Pillen zum regen Einsatz, die das dazugehörige Feiern noch verstärken
und untermalen sollten. In wie weit sich der massive Konsum von Drogen anderer
Szenen abhebt, ist aber nicht genau zu bestimmen. Hier herrschen vor allem
jede Menge Dunkelziffern.
Weg in der Moderne
Besonders zum Ende der siebziger Jahre hin, geriet die Szene etwas in den
Hintergrund. Unter anderem durch das vermehrte Auftreten von Punks und deren
Musik. Doch auch genau mit dieser Entstehung, entstand ein neuer Keim der
Modbewegung, die sich inhaltlich stark an den Gründungsmotiven der sechziger
Jahre orientierte, diese aber mit dem Mitteln des neuen Jahrzehnts verband.
Daher stießen wieder vermehrt Roller und Vespas in den Vordergrund
und die Kleidung wurde wieder einmal hochwertiger ausgesucht, um sich besonders
von den Punks abzuheben.
Schließlich entstanden aus den Mods mehrere andere Gruppierung, die
sich vor allem auch in der Musik unterschiedenen. Daher gibt es heute sowohl
Britpop als auch elektronische Musik als Erbe der Modszene, die mit Beginn
der neunziger Jahre immer weiter abschwächte.
In heutiger Zeit gibt es im Grunde zwei verschiedene Bewegungen. Zum einen
die alteingesessenen Mods, die noch immer die Musik der sechziger und siebziger
Jahre bevorzugt und auch ältere Generationen dazugehören. Der andere
Teil der ehemals florierenden Subkultur besteht aus den sogenannten „modernen"
Mods, die im Grunde nur die Einstellung der damaligen Bewegung übernommen
haben, sich aber vom Stil her dem neuen Jahrtausend angepasst haben und
die neue Musik ebenfalls bevorzugt.
Erkennbar ist die Szene noch heute an ihren typisch äußeren Merkmalen.
Zwar haben Anhänger der Mods klare Vorstellungen und wollen mit Hilfe
der Kleidung ihren Status darstellen, doch stand auch seit jeher eine große
Individualität über allem. Schals und andere Accecoires werden
gezielt eingesetzt, um den eigenen Stil zu finden, bei dem die hochwertige
Designerkleidung meist nur die Grundlage bildet. Seit frühester Zeit
sind insbesondere Jacken der Marke Harrington sehr beliebt. Aber auch Elite
ähnliche Kleidung der Firma Ivy League wurden immer wieder bis heute
getragen. Dazu kommt ebenfalls die Marke Levis, deren Jeans bei den Mods
sehr beliebt wurde. Dazwischen lassen sich immer wieder Produkte von Fred
Perry finden, doch der Grundtenor blieb seit den sechziger Jahren erhalten:
Schicke Anzüge und moderne, saubere Kleidung, um sich von anderen Bewegungen
oder der eigenen Herkunft abzuheben.
Weiterführende Links:
Speedboots
- Online Shop
Http://de.wikipedia.org/wiki/Mod_(Subkultur)
Http://www.indiepedia.de/index.php/Mods